Büroschrank fürs Homeoffice: So finden Sie den richtigen Aktenschrank

Beim Büroschrank fürs Homeoffice geht es selten um Design allein. Entscheidend ist, ob am Ende tatsächlich hineinpasst, was hinein soll – und ob das Möbel das Gewicht dauerhaft trägt. Vier Maße und eine Sicherheitsfrage klären das zuverlässig.

1. Ordnerhöhe: das wichtigste Maß

Ein handelsüblicher Aktenordner ist rund 32 cm hoch, 29 cm tief und je nach Ausführung 5 cm (schmal) oder 8 cm (breit) stark. Damit Sie ihn bequem herausziehen können, braucht ein Fach mindestens 34 cm lichte Höhe. Fächer mit 30 oder 32 cm sehen auf dem Foto gleich aus, sind für Ordner aber unbrauchbar.

Prüfen Sie deshalb nicht die Gesamthöhe des Schranks, sondern die Angabe zur Fachhöhe oder zur Anzahl der Ordnerebenen. Ein Schrank mit 184 cm Höhe und fünf Ablagefächern kommt rechnerisch auf etwa 34 cm pro Ebene – das passt.

2. Fachtiefe: 32 cm sind das Minimum

Der Korpus darf 37 cm tief sein, wenn der Einlegeboden nur 28 cm misst, steht der Ordner trotzdem über. Achten Sie auf die Tiefe des Einlegebodens, nicht des Schranks. Ab 32 cm Bodentiefe schließt die Tür sauber über einem Standardordner.

Der Büroschrank Elona M1 etwa hat bei 37 cm Korpustiefe Einlegeböden mit 78 × 32 cm – knapp, aber ausreichend für gängige Ordner.

3. Tragfähigkeit: Papier ist schwerer als gedacht

Ein voller breiter Aktenordner wiegt zwischen 1,5 und 2,5 kg. Auf einem Meter Fachbreite stehen schnell zehn bis zwölf Ordner – also 20 bis 30 kg auf einem einzigen Boden. Seriöse Hersteller geben die Tragfähigkeit je Einlegeboden an; unter 15 kg sollten Sie bei Aktenlagerung nicht kaufen.

Genauso wichtig: Wie ist der Boden gelagert? Fachbodenträger aus Metall halten deutlich mehr aus als eingesteckte Kunststoffdübel.

4. Höhe und Standfläche

  • Bis 120 cm – lässt sich als Ablagefläche mitnutzen, passt unter Dachschrägen und neben den Schreibtisch.
  • 140–160 cm – guter Kompromiss aus Stauraum und Zugriff ohne Hocker.
  • Ab 180 cm – maximaler Stauraum, aber die oberste Ebene erreichen Sie nur mit Tritt. Dort lagern Dinge, die Sie selten brauchen.

Rechnen Sie vor dem Schrank mit 90 cm freier Fläche, damit sich Türen vollständig öffnen lassen und Sie mit dem Bürostuhl nicht ständig ausweichen müssen.

5. Kippsicherung ist kein optionales Zubehör

Hohe, schmale Schränke mit schweren Ordnern in den oberen Fächern haben einen hohen Schwerpunkt. Eine Wandbefestigung sollte im Lieferumfang enthalten sein und auch tatsächlich montiert werden – besonders in Haushalten mit Kindern. Achten Sie darauf, dass die Anleitung Dübel für Ihren Wandtyp vorsieht; in Rigips brauchen Sie andere als in Beton.

Türen, Schubladen oder offene Fächer?

Geschlossene Türen halten Staub ab und beruhigen den Raum optisch – für den Videocall-Hintergrund ein echtes Argument. Schubladen eignen sich für Kleinteile und Büromaterial, sind pro Liter Stauraum aber teurer. Offene Fächer erleichtern den Zugriff auf das, was Sie täglich brauchen. In der Praxis bewährt sich eine Mischung: unten geschlossen, oben ein bis zwei offene Ebenen.

Ein Sonderfall ist der Drucker. Er braucht Tiefe, nicht Höhe – klassische Büroschränke mit 37 cm sind zu flach. Eine Druckerkommode mit rund 54 cm Tiefe nimmt auch größere Multifunktionsgeräte auf und lässt den Papiereinzug frei.

Häufige Fragen

Wie tief muss ein Büroschrank für Ordner sein?

Der Einlegeboden sollte mindestens 32 cm tief sein, da ein Standardordner rund 29 cm misst. Die Korpustiefe liegt dann meist bei 35 bis 40 cm.

Wie viele Ordner passen in einen Büroschrank?

Pro Meter Fachbreite stehen etwa 12 breite oder 20 schmale Ordner. Ein Schrank mit 80 cm Breite und fünf Ebenen fasst damit rund 45 bis 50 breite Ordner – sofern die Tragfähigkeit ausreicht.

Muss ein Büroschrank abschließbar sein?

Für private Unterlagen in der eigenen Wohnung in der Regel nicht. Sobald Sie beruflich personenbezogene Daten Dritter aufbewahren, verlangt die DSGVO allerdings angemessene technische und organisatorische Maßnahmen – ein abschließbarer Schrank ist dann der übliche Weg. Das ist eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung.

Was ist der Unterschied zwischen Büroschrank und Aktenschrank?

Die Begriffe werden meist gleichbedeutend verwendet. "Aktenschrank" betont die Eignung für Ordner, also passende Fachhöhen und Tragfähigkeit; "Büroschrank" ist der Oberbegriff und umfasst auch Modelle für Büromaterial oder Technik.

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